Was sieht ein Baby vor der Geburt?
Tastsächlich nur wenig: vielleicht seine Hände, seine Füße und eventuell die Nabelschnur. Im Bauch der Mutter ist das Baby sehr gut durch die Gebärmutterwand und die verschiedenen Hautschichten gegen Licht isoliert.
Sehen lernen
Bei der Geburt ist das Baby einem Lichtschock ausgesetzt. Seine Augen öffnen sich zwar, aber seine Sehkraft ist auf eine Distanz von 20 cm beschränkt. In den ersten Wochen seines Lebens lebt der Säugling in einer Welt vager Schatten und gedämpften Lichts. Er beginnt erst ab dem Alter von drei Monaten, einen Gegenstand mit den Augen zu fixieren und zu verfolgen. Die Anpassung der Sehfähigkeit erfolgt allmählich in den ersten 6 Jahren. Bestimmte Anzeichen wie Schielen oder das ungewöhnlich nahe Betrachten von Gegenständen weisen darauf hin, dass die Entwicklung der Sehfähigkeit nicht normal verläuft. Suchen Sie mit Ihrem Kind einen Augenarzt auf.
Allmähliche Entwicklung
Die Sehschärfe (Fähigkeit, feine Details zu unterscheiden) verbessert sich im Laufe der Monate. Das Kind kommt mit 1/20 der Sehschärfe auf die Welt und nimmt etwa einen kleinen Finger wahr. Mit viereinhalb Monaten ist es in der Lage eine Bleistiftmine zu erkennen, was etwa 2/10 der Sehschärfe entspricht.
Im Alter von 18 Monaten sieht es ein feines Haar! Seine Sehschärfe beträgt jetzt 5 oder 6/10, und bei einer normalen Entwicklung erreicht es die maximale Sehschärfe von 12 bis 14/10 nach 10 Jahren.
Das Farbensehen schreitet parallel voran. Bei der Geburt erkennt das Kind nur schwarz und weiß. Im Alter von 5 bis 6 Wochen beginnt es auf rot und grün zu reagieren und im sechsten Monat sieht es auch blau und gelb (unter der Bedingung, dass es sich um klare gesättigte Farben handelt).
Bewegungen werden bereits sehr früh erkannt. Diese Fähigkeit wird nach und nach verbessert. In den ersten Wochen des Lebens wird Erwachsenen empfohlen, sich langsam zu bewegen, weil die Augen des Babys noch nicht mit schnellen Bewegungen umgehen können.